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Landrat Stefan Reuß: Kreis hat gute Ausgangslage für die Zukunft

Berkatal, den 28.12.2019

Pressemitteilung

Eschwege, den 19. Dezember 2019

 

Jahreswechsel 2019/2020

 

Landrat Stefan Reuß: Kreis hat gute Ausgangslage für die Zukunft

 

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

in wenigen Tagen begehen wir das Weihnachtsfest und können an Silvester auf das neue Jahr anstoßen. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, um Rückblick auf das Jahr 2019 zu halten und in die Zukunft zu blicken.

 

Schauen wir auf das Jahr 2019 zurück, können wir für unseren Kreis wiederum eine positive Bilanz ziehen. So hat sich die Wirtschaft in unserem Kreis weiter gut entwickelt und die Arbeitslosenquote ist nach wie vor erfreulich niedrig. Und auch, wenn sich zuletzt die konjunkturelle Entwicklung verlangsamt hat, so melden doch Industrie, Handel und Handwerk weiterhin einen großen Bedarf an Fachkräften und Auszubildenden. Nachwuchsgewinnung ist deshalb eine der großen Herausforderungen für die Zukunft. Wir arbeiten zusammen mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner und den Vertretern der heimischen Wirtschaft intensiv daran.

 

Speziell im Bereich der Gewinnung von Personal im medizinischen Bereich haben wir die Initiative “Land. Arzt. Leben.“ gestartet, mit der Auszubildende in medizinischen Fachberufen, Studierende der Medizin, Pharmazie und Psychologie sowie Ärzte in Weiterbildung für eine Zukunft im Werra-Meißner-Kreis gewonnen werden sollen.

 

Die Finanzentwicklung des Werra-Meißner-Kreises ist erneut positiv verlaufen. Wir konnten für das Jahr 2019 einen Haushalt vorlegen, der ein Plus vorsah. Durch die Ablösung der Kassenkredite des Kreises, durch die Hessenkasse, konnten wir die Altschulden abbauen, sind aber durch den dafür notwendigen eigenen Tilgungsanteil des Kreises dazu verpflichtet, in den kommenden Jahren aus den Haushalten Überschüsse zu erwirtschaften. Dies verpflichtet uns auch in Zukunft zu einer sparsamen Haushaltsführung, die einen jährlichen Haushaltsüberschuss von mindestens 2,5 Mio. € erfordert. Dies macht gerade für den Haushalt 2020 erneut eine strikte Haushaltsdisziplin notwendig.

 

Zusammen mit den durch die gute Baukonjunktur gestiegenen Kosten für Baumaßnahmen wurde es deshalb auch notwendig, bei unserem neuen Verwaltungszentrum am Schlossplatz in Eschwege die Pläne kritisch zu überdenken und das Projekt auf Kostenoptimierungsmöglichkeiten hin zu überprüfen. Im Ergebnis haben wir uns deshalb dazu entschlossen, nicht den kostenintensiveren ursprünglichen Plan umzusetzen, sondern eine Neuplanung zu erstellen, die die Mehrkosten reduziert und trotzdem die Anforderungen an ein modernes Verwaltungszentrum erfüllt. Der Baustart ist jetzt für das Jahr 2020 vorgesehen.

 

Die demografische Entwicklung ist, entgegen aller Prognosen, die wir noch vor einigen Jahren bekommen haben, weiterhin zufriedenstellend verlaufen. So hat sich auch in 2019 der Trend eines sich deutlich verlangsamten Bevölkerungsrückgangs bestätigt und es kamen mehr Menschen in unseren Kreis, um hier zu leben und zu arbeiten, als den Kreis verlassen haben.

 

Für die Zukunft unseres Kreises ist die junge Generation ein ganz wichtiges Element. Wir müssen unsere Kinder und Jugendlichen in die Gestaltung unseres Gemeinwesens so früh wie möglich einbinden und ihnen hier Zukunftsperspektiven bieten. Dazu haben wir in diesem Jahr eine Jugendkonferenz einberufen und in einem längeren Beteiligungsverfahren unter Mitwirkung vieler junger Menschen den Masterplan Jugend unter dem Titel “Landei2020 - nichts für uns ohne uns“ entwickelt. Dieser enthält viele spannende Anregungen, die wir zusammen umsetzen wollen.

 

Der Breitbandausbau, auf den wir lange warten mussten und den wir schließlich mit unseren nordhessischen Partnern selbst in die Hand genommen haben, konnte in diesem Jahr abgeschlossen werden, sodass nun nahezu alle Orte an das schnelle Internet angeschlossen wurden. Auch der Weiterbau der A 44 schreitet zügig voran und die Fertigstellung in unserem Kreis rückt in greifbare Nähe. Das Land Hessen ist dringend aufgefordert, seine Hausaufgaben im Bereich des Anschlusses der A 44 an die A 7 bei Kassel zu machen und auch bei der Ortsumgehung Reichensachsen erwarten wir eine Beschleunigung der Planung, um hier schnell das Baurecht zu erlangen.

 

Das Thema Energiewende hat uns in vielerlei Hinsicht im letzten Jahr beschäftigt. Ich möchte hier zum einen an unser Projekt zur energetischen Quartierssanierung, an dem sechs Kommunen in Zusammenarbeit mit dem Werra-Meißner-Kreis und das vom Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen mit 1,3 Mio. € unterstützt wird, erinnern. Zum anderen haben wir zusammen mit unseren Partnern in Nordhessen in diesem Jahr das Elektro-Mobilitätskonzept für Nordhessen vorgelegt, welches in die Zukunft der Mobilität führen soll.

 

Kritisch haben wir uns in diesem Zusammenhang mit den Planungen zum sogenannten SuedLink auseinandergesetzt. Hier geht es aus unserer Sicht zum einen darum, zu hinterfragen, ob das Projekt angesichts der veränderten Rahmenbedingungen in Bezug auf den vereinbarten Kohleausstieg noch zeitgemäß ist. Zum anderen haben wir berechtigte Zweifel, ob der vorgesehene Planungskorridor durch den Werra-Meißner-Kreis wirklich die umweltverträglichste Trasse darstellt. Wir haben hier mit umfangreichen Stellungnahmen unsere Bedenken dargestellt.

 

Zu den traurigen Seiten des Jahres 2019 gehört die uns alle zutiefst schockierende Nachricht vom Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke. Dieser gewaltsame Tod zeichnet ein erschreckendes Bild der politischen Kultur in unserem Land, welche sich merklich verschlechtert hat. Anstelle von Argumenten werden zu oft Beleidigungen und Verunglimpfungen geäußert und Hass verbreitet. Es ist an uns allen darauf zu achten, dass unsere Demokratie nicht durch Extremisten unterhöhlt wird. Hier gilt es ganz klar Farbe zu bekennen und nicht zurückzuweichen. Jeder, der unsere freiheitliche Grundordnung infrage stellt, muss sich im Klaren darüber sein, dass politischer Extremismus immer in eine Katastrophe mündet. Gerade wir Deutschen haben leidvoll erfahren müssen, dass die Folgen Krieg, Gewalt und Zerstörung sind. Daran muss gerade in einer Zeit erinnert werden, in der wir 30 Jahre friedliche Revolution, Grenzöffnung und Wiedervereinigung feiern können. Die Deutsche Geschichte lehrt und mahnt uns nicht zu vergessen, dass auf Radikalität, Gewaltherrschaft und Krieg sowie totale Zerstörung und Teilung folgten. So etwas dürfen wir nie wieder zulassen!

 

Dass unser Gemeinwesen stark ist und auch das Zusammengehörigkeitsgefühl stark verankert ist, hat sich aber im zu Ende gehenden Jahr auch gezeigt. So wurde in unserem Kreis vieles nur deshalb erreicht, weil es eben ein großes ehrenamtliches Engagement gibt. Um das zu fördern, haben wir beispielsweise ein Sportsonderförderprogramm unter dem Titel “Energie sparen – sanitäre Anlagen modernisieren“ ins Leben gerufen, einen Ehrenamtscard-Empfang veranstaltet, Wellnesstage für pflegende Angehörige angeboten sowie erneut den Umweltpreis und den Sozialpreis des Werra-Meißner-Kreise verliehen.

 

Damit wollen wir das Engagement fördern und ihm die Aufmerksamkeit verschaffen, die es verdient.

 

Nicht zuletzt der Freiwilligentag im Herbst hat erneut deutlich gemacht, wie viel gemeinsam ehrenamtlich erreicht werden kann. Deshalb bin ich sehr optimistisch, dass unser Land und unser Kreis eine gute Zukunft haben.

 

Ich möchte mich hier nochmals ganz persönlich für so viel Engagement bedanken und gleichzeitig Ihnen allen ein friedliches und schönes Weihnachtsfest und viel Glück und Gesundheit für das Jahr 2020 wünschen.

 

Ihr

 

Stefan G. Reuß

Landrat

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Landrat Stefan Reuß: Kreis hat gute Ausgangslage für die Zukunft