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Bericht 2. Netzwerktreffen Demenz im Werra-Meißner-Kreis

Berkatal, den 08.11.2018

2. Netzwerktreffen Demenz im Werra-Meißner-Kreis

 

In der vergangenen Woche fand das zweite kreisweite Netzwerktreffen Demenz statt. Landrat Stefan Reuß begrüßte im Bürgerhaus in Waldkappel 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich beruflich oder ehrenamtlich für Menschen mit einer Demenzerkrankung engagieren. Ziel war es, die vorhanden Angebote bekannter und transparenter zu machen, sie weiter zu optimieren und die Akteure im Werra-Meißner-Kreis stärker zu vernetzen.

 

Mit steigender Lebenserwartung nimmt auch die Wahrscheinlichkeit einer dementiellen Erkrankung zu. Entsprechend der aktuellen Demenzquoten der Alzheimer Gesellschaft und der Bevölkerungszahlen des Hessischen Statistischen Landesamtes lebten am 31.12.2017 im Werra-Meißner-Kreis 2.262 Menschen, die an einer Demenz erkrankt waren.

 

Bereits heute sind eine Vielzahl von Versorgungs- und Entlastungsstrukturen für Menschen mit Demenz und deren Angehörigen im Werra-Meißner-Kreis vorhanden.

 

Um die Versorgungsstrukturen für diese Bevölkerungsgruppe weiter zu verbessern, wurde im vergangenen Jahr im Rahmen des Projektes „Demenzbeauftragte in Arztpraxen“ das Netzwerktreffen Demenz ins Leben gerufen, um alle haupt- und ehrenamtlich engagierten Akteure im Werra-Meißner-Kreis, von den Hausärzten und Neurologen über die Pflegekräfte bis hin zu den Bürgerhilfevereinen und Nachbarschaftshilfen an einen Tisch zu bringen. Es wurde ein Rahmen geboten, sich über Erfahrungen, Bedarfe und Ideen auszutauschen und hierdurch das „Netzwerk Demenz“ zu stärken.

 

Zum Auftakt des 2. Netzwerktreffens Demenz gab es zwei Impulsvorträge. Zunächst stellte Frau Dr. med. Beate Hahne, Chefärztin des Zentrums für Psychiatrie & Psychotherapie und der Abteilung Interdisziplinäre Altersmedizin – Gerontopsychiatrie des Klinikums Werra-Meißner „Die Interdisziplinäre Altersmedizin am Beispiel der Demenzerkrankung“ vor. Sie berichtet u.a., dass zu den gerontopsychiatrischen Erkrankungen wie beispielsweise der Demenz, im Alter häufig zusätzlich somatische Erkrankungen auftreten und diese nicht getrennt voneinander betrachtet werden dürfen.

 

Zum Team der interdisziplinären Versorgung zählt darüber hinaus auch die Ergotherapie, die von Frau Diane Tschernow, Leitende Ergotherapeutin im Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Werra-Meißner sehr praxisnah vorgestellt wurde. Ein sich anschließender Workshop zum Thema: „Die Hand – Den Zugang zum Menschen öffnen“ zeigte die Möglichkeiten, Zugangswege zu Demenzerkrankten näher kennenzulernen.

 

In einem zweiten Vortrag zum Thema „Gemeinschaftliches Wohnen von Menschen mit Demenz – selbstverwaltete ambulante Wohngemeinschaften“, stellte Frau Maren Ewald von der Hessischen Fachstelle für selbstverwaltete ambulant betreute Wohn-/Pflegegruppen für Menschen mit Demenz das Konzept eindrucksvoll vor. Auch hier schloss sich ein Workshop an, in dem das Verfahren von der Idee zur Umsetzung zur Einrichtung von Demenz-WGs ausführlich vorgestellt und diskutiert werden konnte.

 

In einem Workshop unter der Moderation von Ursula Nölker, Regionalleitung Hephata Hessisches Diakoniezentrum e.V., thematisierte „Männerorientierte Angebote der Demenzversorgung“, die bislang nur sehr vereinzelt vorhanden sind und optimiert werden sollten.

 

Flankiert wurde die Veranstaltung mit einer Fotoausstellung zum Thema „Lebensfreude trotz Demenz“ des Fotografen Gregor Beltzig.

 

Der Werra-Meißner-Kreis plant, zukünftig ein Netzwerktreffen Demenz regelmäßig einmal jährlich auszurichten.

 

 

 

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Bericht 2. Netzwerktreffen Demenz im Werra-Meißner-Kreis